Monatsbrief August - Dr.med Dr.Helmuth Krieg
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Monatsbrief August

Liebe Gäste unserer Praxis,

bis jetzt ist das ja mal ein richtiger Sommer. Bitte trinken Sie an den heißen Tagen mindestens 3 Liter Wasser, möglichst ohne Kohlensäure und mit 600 mg Magnesium versetzt. Sonst wird Ihr Blut zu dick und Sie verlieren durch das Schwitzen wichtige Mineralien, die vor allem das Herz braucht. Nachdem die Schulferien nun begonnen haben, ist es ruhiger geworden. Straßenfeste sind vorbei, die letzten open air Konzerte laufen aus. Es ist fast wie an Weihnachten, wo die Welt wenigstens für ein paar Tage zur Ruhe kommt.

In unserer Praxis ändert sich die Situation in der Ferienzeit stets so: Keiner will mehr eine längere Behandlungskur machen, vielmehr kommen Akutkranke: Von der Zecke gebissen, von der Leiter geflogen, mit dem E-Bike gestürzt, der Kreislauf hat schlappgemacht, die Hexe hat ins Kreuz geschossen. Nur die Schwerstkranken, die haben keine Sommerpause. Gerade bei den Tumorpatienten ist es ganz besonders wichtig, dass alles wie gewohnt weiterläuft. Das wunderbar wirksame Krebsmedikament Methadon darf beispielsweise auf keinen Fall reduziert oder gar abgesetzt werden. Sonst kommt der Tumor zurück, bzw. verschwindet erst gar nicht.

Für Fernreisende ist es wichtig, eine kleine Notfall Apotheke dabeizuhaben: Ibuprofen und Paracetamol gegen Schmerzen und Fieber und ein Antibiotikum für den Notfall. Hier gebe ich immer so genannte Breitbandantibiotika mit. Somit kann der Patient sicher sein, etwas Wirksames gegen alle Arten von bakteriellen Infekten und Infektionen dabei zu haben. Während die meisten Länder bezüglich der Abgabe von Schmerzmitteln so gut wie keine Beschränkungen haben, ist es zum Beispiel in den USA nahezu unmöglich, ohne Arztbesuch vor Ort ein Antibiotikum zu bekommen. Kritisch erging es auch einer Patientin, die kürzlich in New York war. Sie hatte zunächst unklares, hohes Fieber. Ambulante Notdienste standen nicht zur Verfügung, also ging es ab ins renommierte New Yorker Mount Sinai Hospital. Nach einer 6 stündigen Odyssee´ wurde sie ohne Diagnose mit einem Rezept heimgeschickt. Prompt verschlechterte sich der Zustand und die gute Frau kam dann mit letzter Kraft hier an. Der Arztbrief, den sie mitbrachte, war nichts wert, denn er bezog sich auf einen ganz anderen Patienten. Die Laborwerte passten beileibe nicht zu denen meiner Patientin und das verschriebene Antibiotikum war unwirksam. So kann es einem selbst im Hightech Ausland ergehen.

Viele unserer Patienten nützen das Angebot, jederzeit per Telefon (+49 7051 92780) oder per E-Mail (drkrieg@t-online.de) Hilfe zu erfragen.

Der Sommer birgt jedoch auch noch weitere Tücken. Aber heute, wenn ich diesen Brief schreibe, ist mein Glückstag. Und das kam so: Jeden Abend, wenn ich nach Hause komme, bekomme ich -mehr oder weniger imperativ- die schreckliche Aufgabe: Helmuth, man muss die Rosen gießen. Unter dem „man“ verstehe ich, der eine oder der andere. In den meisten Fällen habe ich mich für „den anderen“ entschieden und habe auf meiner Sommerliege den Sonnenuntergang genossen. Dies löste nicht immer nur Verständnis und Sympathie aus. Seit heute aber gibt es nicht nur ein Lichtlein am Horizont der Lösungen -nein- das ist ein Feuerball: Mein Patient E.B. hat mich samt Gartenliege gerettet. Er ist passionierter Hobbygärtner und hat mir streng verboten, die Rosen täglich zu gießen. „Rosen sind Tiefwurzler“ führte er fast schon wissenschaftlich aus und „wenn du jeden Tag gießt, werden die Rosen bequem und wurzeln dann nur noch oberflächlich“. Da ich eine schnelle Auffassungsgabe habe, rechnete ich sofort aus: Das nächste Gießen wird, wenn überhaupt, zum Herbstanfang durchgeführt. In Gedanken sah ich mich Abend für Abend mit bestem Gewissen auf meiner Liege liegen, ohne auch nur die geringste Kritik befürchten zu müssen. Dieses Maximum an Hoffnung musste E.B. allerdings leider etwas relativieren, denn er meinte, nach meiner wochenlangen täglichen Gießerei, müsste ich die Rosen langsam vom Wasserstrahl entwöhnen und wir einigten uns auf zunächst 3 tägige Intervalle. Immerhin.

Stefan ist immer noch fleißig dabei, einen Termin für den Vortragsabend mit Frau Dr. Friesen zu finden. Wir melden uns auf jeden Fall telefonisch oder per Rundmail, sobald wir Gemeindehaus und Frau Friesen unter einem terminlichen Hut haben. Der Abend wird sich für Sie auf jeden Fall lohnen und Sie haben nahezu unbegrenzt die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Von einer lieben Patientin habe ich neulich das folgende Rezept für einen Sommercocktail erhalten: 16 cl Orangensaft, 10 cl Mangosaft, 20 cl Ananassaft, 4 cl Kokosmilch, 4 cl Sahne. Probieren Sie ihn einfach mal aus und genießen Sie die herrlichen Tage.

Nun wünsche ich Ihnen allen einen wunderbaren, gesunden Monat August. Freuen Sie sich an der (für mich) schönsten Zeit des Jahres und kommen Sie alle wieder gut zurück – egal wo die Reise hingeht. Das ist der Vorteil der neuen, medialen Welt: die jederzeitige Erreichbarkeit in Notfällen. Wenn Sie es aber wie ich machen und im Urlaub in Kanada via Internet SWR 4 hören und erfahren, dass zwischen Ludwigsburg Nord und Ludwigsburg Süd gerade mal wieder 15 km Stau sind, müssen Sie sich zurecht die von meiner Frau gestellte Frage gefallen lassen: Muss das sein?

Ganz liebe Grüße

Ihr Dr.med.Dr.Helmuth Krieg

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Dr. Helmuth Krieg