Monatsbrief November - Dr.med Dr.Helmuth Krieg
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Monatsbrief November

Liebe Gäste unserer Praxis,

der Vortrag von Frau Dr. Friesen war hoch interessant, finden Sie nicht auch? Wir bleiben dran, auch wenn meine Kollegen da oft opponieren. Aber das bin ich gewöhnt. Ein Ruheständler sagte mir mal: Wissen sie, seit ich Pensionär bin, genieße ich die Narrenfreiheit des älteren Menschen. Richtig. Ich habe früher wegen meines strikten Bekenntnisses zur ganzheitlichen Medizin und Naturheilkunde üble Beschimpfungen in Leserzuschriften von Kollegen und auch von der Ärztekammer einstecken müssen. Heute ist die Lage entspannt, vielleicht denken die jetzt: Lassen wir den Krieg in Stammheim doch einfach machen. Das genieße ich und wende dies auch auf Methadon an. Es ist kein 100% iges Wundermittel, verstärkt aber die Wirkung der herkömmlichen Krebsmittel ganz erheblich. Und allein deswegen schon lohnt sich der Einsatz.

Im ärztlichen Alltag gibt es immer wieder Überraschungen. Aber nicht nur dort, auch im privaten Bereich. Heute erzähle ich Ihnen eine mir fast schon peinliche Begebenheit, die sich neulich zugetragen hat. Ich war mit meiner Frau beim Einkaufen im EDEKA in Liebelsberg. An sich langweilt mich so ein Geschehen unendlich, nur beim Tchibostand schaue ich mich um, was die von TCM Neues haben. An diesem Tag jedoch war manches anders: Ich hatte mir zuvor die Haare gewaschen und entdeckt, dass von den wenigen Haaren viele grau waren. Das ärgerte mich furchtbar und ich dachte über Lösungen nach. Und die Lösung kam am Regal der Haarfärbemittel. Dort strahlte mir eine Sprühflasche „Haartönung 70% braun/blond“ entgegen, offensichtlich eine Innovation. Denn bisher musste man das Zeug stets mit dunkler, ekliger Paste auf dem Kopf ausbreiten, jetzt schien die Vereinfachung der Einfachheit geboren zu sein: Ein tönendes Haarspray. Da meine Frau um die Ecke beim Lindt Schoklad war, wagte ich, das Fläschchen flugs in den Einkaufswagen zu legen, unter den Kopfsalat versteht sich, damit weder Frau noch andere Kunden beim Stau an der Kasse sehen würden, was ich da versteckt hatte. Zuhause angekommen, trieben mich Eitelkeit und Neugier ins Badezimmer: Das Wundermittel musste ausprobiert werden. Vorschriftsgemäß gab ich 7 Sprühstöße auf meinen ergrauten Kopf, verteilte die Farbe etwas, ließ antrocknen und war mit dem optischen Ergebnis relativ zufrieden. Zwischenzeitlich war es Abend geworden und es nahte eine Einladung meiner Kinder zum Abendessen. Wir waren noch keine 5 Minuten bei Michaela zu Hause, als sie bemerkte: Papa, was hast du denn auf dem Kopf, lauter olympische Ringe. Du siehst gescheckt aus, wie ein Leopard. Ich muss zugeben, eine spontane Antwort wollte nicht aus meinem Mund kommen und so stammelte ich etwas von Kopfekzem und von einer afrikanischen Seuche, die wohl im Anmarsch sei. Das war offensichtlich wenig glaubhaft, weshalb es ein großes Gelächter gab. Beim genauen Blick in den Spiegel zeigten sich tatsächlich 7 kreisförmige, fast schwarze Figuren, die sich vom übrigen Grau fürchterlich abhoben. Jetzt erst verstand ich, warum der Hersteller der Sprühflasche „Schwarzkopf“ heißt. Vielleicht sollte ich daraus lernen und es mit der Eitelkeit nicht allzu ernst nehmen.

Mit der Eitelkeit ist es sowieso so eine Sache: Wir waren vor 1 Jahr mal auf Teneriffa, wo ich in einem tollen Geschäft eine noch tollere Kokos-Gesichtscreme entdeckt hatte. Total panisch, dass mir der Gesichtsschmotz zu Hause ausgehen könnte, habe ich gleich 5 Dosen „Cocos facial creme“ gekauft. Irgendwann geht halt alles mal zu Ende, auch die Creme und so bat ich Michaela, die 6 Monate später auch nach Tene reiste, um ein Mitbringsel von weiteren 5 Dosen meines geliebten Cocos-Anti-Aging Schmotzes. Micky tat wie ihr befohlen und brachte die Döschen mit. Kostenpunkt 9,30 € pro Dose. 3 Wochen später musste ich mit meiner Frau zum Wochenendeinkauf ins Kaufland nach Nagold. Das langweilte mich-wie immer- total und ich verdrückte mich in die Kosmetikabteilung. Plötzlich fand ich mich bei den Gesichtscremes wieder und…..entdeckte meine geliebte teneriffianische Wundersalbe, original, zum Preis von 5,80€. Das nennt man Globalisierung.

Der Winter schleicht so langsam ums Haus herum und ich habe mein Fahrrad eingemottet. Das heißt aber nicht, dass es nun ruhen darf, nein, mein Mountainbike steht im Sportkeller auf einer Rolle und dient mir in der kalten Jahreszeit zum Videotraining. Meistens fahre ich virtuell in Sizilien herum, weil da die Strecke wenig steigt. Macht Spaß. Überhaupt sollten Sie bitte auch in der kalten Jahreszeit das wichtigste Antidepressivum nicht vergessen: Den Sport. Egal, ob leichte Bewegung, sozusagen gemütliches Spaziergangsdahinlotschen oder Spinning – machen Sie etwas. Sie werden sehen: Vor dem Sport mag man sich doof und depressiv fühlen, hinterher ist man der Größte.

Gleich zu Beginn der kühleren Jahreszeit, wo viele meiner Patienten noch Sho rts trugen, hat es mich trotz langer Unterhose und Wollstrümpfen erwischt: eine üble Erkältung. Ich fühlte mich angesteckt und zwar passiert das immer am Übergang vom Sommer zum Herbst und durch Personen, die mir irgendwie nahestehen. Zwischenzeitlich kenne ich diese Patienten sehr genau und wenn sie zu mir kommen, freue ich mich einerseits, andererseits befürchte ich: O je, da droht Ansteckung. Total irrational, aber es stimmt. Sofort kommt die Sagrotanflasche aus dem Schrank und ich werfe mir 6 Kapseln Immunobel auf einmal ein. Neuerdings schnüffle ich das Sagrotan zusätzlich und glaube fest daran, dass damit alle Viren und Bakterien in meinem Rachen abgetötet werden. Das Vorgehen habe ich von Ela gelernt: Vor einiger Zeit gingen Noro-Durchfall-Viren rum. Um uns herum hatte es jeden erwischt. Ela aber sagte sich: Nicht mit mir und trank 3 Gläser Scotch auf einmal. Sie mögen es nicht glauben: während alle Familienmitglieder die Nacht auf der Toilette zubrachten, blieb Ela verschont.

Wenn solche drastische Therapien nichts für Sie sind, dann trinken Sie einfach 2 Tassen Cistus Tee pro Tag. Auch das wehrt Viren ab und hilft, Sie gesund zu halten. Mein Favorit ist immer auch noch Echinacin, welches die Immunabwehr herrlich stärkt und Erreger in die Flucht schlägt. Und: Schlafen Sie genügend lang. Wenn ich weniger als 7 Stunden Schlaf habe, haut es mich um. Schlaf ist der beste Wächter des Immunsystems.

Und lachen Sie mal wieder. Lachen ist die beste Medizin und stärkt nachweislich die Abwehrkraft.

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gesunde Zeit mit viel Gelegenheit zum Lachen und wenn es über sie selbst ist.

Ihr Dr.med.Dr.Helmuth Krieg

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Dr. Helmuth Krieg